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Biographie

Gary Coleman, Emmanuel Lewis, Toss Bridges, Macauley Culkin, Corey Feldmann, FOO FIGHTERS... - Foo Fighters? Na klar, die FOO FIGHTERS!

Was haben nun all diese Leute gemeinsam? (Kleiner Tip: es hat nichts mit irgendwelchen Rehabilitationsprogrammen zu tun...) Nun, sie sind alle unter dem wachsamen Auge der Öffentlichkeit aufgewachsen, angefangen bei der Teenagerzeit bis hin zum Stadium des Erwachsenwerdens. Dabei nahm die Presse keinerlei Rücksicht auf die Privatsphäre. Ob nun jeder noch so kleine Pickel, neue Haarschnitte oder schlecht sitzende Outfits: alle Details und Nichtigkeiten wurden in der Klatschpresse auf der ganzen Welt breitgetreten.

Okay, Nate Mendel (Bass), Taylor Hawkins (Drums) und Dave Grohl (Gitarre/Vocals) haben weder einen bewaffneten Bankraub hinter sich, noch haben sie jemals nackt für Playgirl posiert (zumindest nicht bis jetzt)... aber die Welt weiß trotzdem genau über die FOO FIGHTERS und ihre Eskapaden Bescheid.

Normalerweise müssen sich Bands mit solch einem unglaublich großen Medieninteresse nicht herumschlagen. Wenn sie sich erst einmal dem Einheitsbrei der Szene unterworfen haben und zur Masse der allgemeinen Konsumgüter gehören, haben diese Bands meistens schon ein paar Jährchen auf dem musikalischen Buckel und die ein oder andere Veränderung (Bandmitgliedswechsel, Kleiderschrank-Generalüberholungen) hinter sich. Diesen Luxus konnten die FOO FIGHTERS nie für sich in Anspruch nehmen...zum Glück! Denn die Ecken und Kanten, sowie die allgemeine Vorliebe für eine gewisse Dezibelzahl muß man bei den FOO FIGHTERS schlichtweg lieben und zu schätzen wissen!

Mit ihrem neuesten Album "There Is Nothing Left To Lose" beweisen Dave Grohl und seine Jungs, daß es auch in Zeiten von Break-Beats und Boygroup-Überflutungen absolut o.k. ist, die Verstärker bis zum Anschlag aufzudrehen, über Mädels zu singen und dabei gepflegt abzurocken. Außerdem zeigen die FOO FIGHTERS, daß man nicht jeden Song zum x-ten Male von einem DJ remixen lassen muß!

Doch halt, spulen wir das "Bandgeschichts-Tape" noch einmal zum Anfang zurück: Nach dem allseits bekannten, traurigen Ende Nirvanas und mit einem hervorragenden Demo-Tape im Gepäck, ließ ein neuer Plattenvertrag für Grohl nicht lange auf sich warten. Bis auf einen Gitarren-Track hatte der Multi-Instrumentalist seine neuen Songs komplett selbst eingespielt. Aber wer will auf Dauer schon Teil einer "Ein-Mann-Band" sein? Es mußte eine Band her. Also schaute er bei Sunny Day Real Estate vorbei und schickte sein Tape an Bassist Nate Mendel und Drummer William Goldsmith. Goldsmith und Mendel ließen sich nach Hören des Tapes nicht zweimal bitten, unterzeichneten auf der gestrichelten Linie des Vertrags und im Nu waren die FOO FIGHTERS eine richtige (und zudem hochkarätig besetzte) Band. Als kurz darauf auch noch Pat Smear, tourbegleitender Nirvana-Gitarrist und Mitglied von den Germs, zur Band stieß, war die Besetzung perfekt. Jetzt waren Dave & Co. bereit, die Musikwelt im Sturm zu erobern!

Keine Presse, keine Fotos, kein Video zur ersten Hit-Single "This Is A Call", man fing wieder von vorne an und spielte in verrauchten, kleinen Clubs...die FOO FIGHTERS waren voll in ihrem Element. Und schon anderthalb Jahre nach einer ausgedehnten Club-Tour, der Radio-Hitsingle "I"ll Stick Around" und dem MTV-Video des Jahres für "Big Me" hatten die FOO FIGHTERS mit ihrem gleichnamigen Debütalbum bereits Platinstatus erreicht!

Doch Dave Grohl ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren aus sondern machte sich nach einer kurzen Verschnaufpause sofort wieder an die Arbeit. So komponierte und produzierte er die Filmmusik zu Paul Schraders Film "Touch", um kurz darauf das Nachfolgealbum "The Colour And The Shape" zusammen mit Produzent Gil Norton aufzunehmen. Weil Drummer William Goldsmith inmitten der Aufnahmearbeiten die Band verließ, mußte Dave Grohl zwangsläufig in die Bresche springen und wieder hinter den Drums Platz nehmen (zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Leadsänger und Gitarrist). Doch ein neuer Drummer ließ nicht lange auf sich warten...Taylor Hawkins, gerade voll im Saft aufgrund einer 18monatigen Tour mit Alanis Morrisette, nahm den Job von William Goldsmith dankbar an. Taylor, der fanatischer Queen-Fan war und ebenso auf guten, melodiösen Rock stand, fügte sich nahtlos in die FOO FIGHTERS-Familie ein und erschien auch gleich im Video von "Monkey Wrench", bei dem Dave Grohl erstmalig Regie führte.

Spätestens mit dem zweiten Album "The Colour And The Shape" gelang es den FOO FIGHTERS, allen bisherigen Kritikern und Miesmachern die Kiefer nach unten klappen zu lassen! Hier war endlich mal wieder eine echte Band am Start, mit echten Songs und glaubwürdigem Background. Neben "Monkey Wrench" barg das Album zwei weitere Superhits, darunter "My Hero" und insbesondere "Everlong", das die Fans vielleicht wegen des surrealen Videos vom französischen Regisseur Michel Gondy auf Anhieb in den Bann zog.
Die Welt durfte dann an einem weiteren traurigen Ereigniss teilhaben: dem Weggang von Smear. Doch ähnlich wie bei Goldsmith wurde hier während der 97er MTV Video Music Awards ein adäquater Ersatz gefunden: Franz Stahl, der früher schon bei Scream mit Grohl jammte. Obwohl Stahl die Gruppe im Sommer "99 verließ, lieferte er während der "Colour And The Shape-Tour" perfekte Gitarrenparts ab und war am hervorragenden "A 320" für den Godzillasoundtrack genauso beteiligt, wie bei der von Jerry Harrison produzierten Version von "Walking After You" für den Soundtrack zu Akte-X.

"There Is Nothing Left To Lose" wurde in Grohls Haus in Virginia mit Mitteln eingespielt, die für Bands mit Platingarantie nicht unbedingt typisch sind...es gab keine Plattenfirma, keine Reglementierungen von außen, kein einzuhaltener Zeitplan und vor allem: kein Druck! Das sollte sich auf die Zusammenarbeit zwischen Grohl, Nate, Taylor und Koproduzent Adam Kasper positiv auswirken. Die Songs wurden zusammen geschrieben, aufgenommen und bearbeitet, natürlich nur, wenn alle die nötige Lust verspürten und die Zeit reif schien. Zwischen den Sessions war genug Zeit, um während ausgedehnter Barbeque-Fressorgien das ein oder andere Bierchen zu schlürfen und es soll sogar bei Zeiten eine Flasche Crown Royal geköpft worden sein.

Nichtsdestotrotz hielten die FOO FIGHTERS an ihren Grundwerten fest. Nate ging wie immer jeden Morgen joggen und ernährte sich auch gesünder als Taylor und Dave. Grohl und Hawkins liefterten sich währenddessen immer noch musikalische Schlachten und Taylor hörte immer noch gerne Queen, wenn es ihm gelang Daves Lynyrd- Skynyrd-CD heimlich aus dem Player zu nehmen.

Obwohl alle FOOS ein stetiges Ziel vor Augen hatten, und zwar das beste Album aller Zeiten abzuliefern, war die Atmosphäre während der Aufnahmen stets entspannt. Wen wundert es da noch, daß es manchmal einfach wichtiger war, Basketball zu spielen, oder es sich mit versammelter Mannschaft vor dem Fernseher gemütlich zu machen. Songs wurden immer und immer aufs Neue eingespielt, ja manchmal sogar nach Tagen mühevoller Arbeit schlichtweg gelöscht, wenn jemand das Gefühl hatte, daß die Grundstimmung eines Tracks nicht richtig rüberkam.

Die erste Singleauskopplung "Learn To Fly" ließ all die Herzen höher schlagen, die sich seit 1997 mit den allgemeinen Charts herumschlagen mußten. Die FOO FIGHTERS erfanden den Rock noch einmal neu. Sie ersetzten Elektronik mit wuchtigen Gitarren und einer Stimme, die gewillt war, so laut zu schreien, wie es die Stimmbänder erlauben. Produzent Adam Kasper (Soundgarden oder Pearl Jam) gestattete den FOO FIGHTERS, sich frei zu entfalten, sodaß man hörte, daß hier eine Band agiert, die ihr Handwerk versteht und sich nicht damit zufrieden gibt, ein bloßer Rock-Abklatsch zu sein. Unterstrichen wurde diese Stellung unter anderem durch "Breakout", einem Song über die Liebe in all ihrer undurchsichtigen Komplexität.
Die Klangpallette auf "There Is Nothing To Lose" war eigentlich größer denn je: So hörte man neben Honky-Tonk-Sounds bei "Ain"t It Life" zum Beispiel auch Ansätze von Drum "n Bass ("Headwires"). Doch auch durch solch moderne Elemente brauchte sich kein hartgesottener FOO FIGHTER-Fan abschrecken zu lassen, denn die FOOS bewiesen immer wieder aufs Neue ihren Hang zur Lautstärke und unvergleichlich kraftvollen Rockhammern.

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