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Biographie

"Diese fiebrige, rauschhafte und hemmungslose Musik zu entfesseln, legt intensive Emotionen frei. Wir nähern uns mehr und mehr dem Geist dessen an, was diese Band von Anfang an ausdrücken sollte, und berühren dabei zentrale Nerven. Jetzt geht es unter die Haut, unter das Fleisch."

Mat McNerney, Gesang


Mit noch nasser Tinte auf ihrem Vertrag mit Sony Epic, dem Line-Up eines Underground-Dreamteams und einem Album, das im Mai mit dem preisgekrönten Produzenten Tom Dalgety (Royal Blood, Killing Joke) aufgenommen wird, wird 2015 das Jahr der erfüllten (Alb)träume.

Die apokalyptischen Post Punks Grave Pleasures entstanden aus den Überresten von Beastmilk, die mit ihrem Debüt "Climax" 2013 für ordentlich Furore innerhalb der Musikwelt sorgten. Ihr "schmerzerfüllter Kriegsschrei der ewiglich Verdammten", wie es ein Journalist treffend beschrieb, hallte bei Fans aller Genres wider. Beastmilk's 2013er Debüt "Climax" konnte allerorten Traumkritiken einfahren. Metalheads, Indie-Kids und Gothic-Punks - alle tanzten sie zu dieser Begräbnistrommel, als sich die finnische Band an die Spitze einer neuen Welle der Rockmusik setzte.

Als Gitarrist Johan "Goatspeed" Snell und die restlichen Mitglieder von Beastmilk Anfang des Jahres ihren Split verkündeten, ging Anfang 2015 eine Ära zu Ende und eine neue begann. Die restlichen Bandmitglieder nannten sich nun Grave Pleasures und brachen zu einer musikalischen Reise auf, die alle vergangenen Taten in den Schatten stellen wird.

Die Gründungsmitglieder Mat "Kvohst" McNerney (Gesang) und Bassist Valtteri Arino zogen gemeinsam mit der schwedischen Gitarristin und Komponistin Linnéa Olsson (ehemals bei The Oath) los, um ihre ganz eigene Lieblingsband zusammenzustellen - eine Bande furchtloser Künstler mit einem unzähmbaren Sinn für Kreativität und Energie.

Fündig wurden sie beim Session-Gitarristen Juho Vanhanen - einem Profimusiker mit einem herausragenden Gespür für eindringliche Melodien und gespenstische Klänge. Seine heulende Telecaster ist nicht umsonst eines der Trademarks der hochverehrten Psychedelic-Black-Metal-Formation Oranssi Pazuzu aus Finnland, eine Band, die dem Black Metal erfolgreich die Scheuklappen genommen hat und visionäre Glanzleistungen abgeliefert hat.
Fündig wurden sie auch bei Uno Bruniusson - dem wohl besten Rock-Drummer seiner Generation. Als Mitbegründer der Schweden In Solitude war er die gesamten 13 Jahre ihrer Existenz ein Teil der Band. Dabei half Uno nicht nur dabei, den Heavy Metal neu zu beleben; er formte ihn auch in etwas Bedeutsameres und Gegenwärtigeres. Sein Schlagzeugspiel ließ auf der gemeinsamen Tournee von In Solitude und Beastmilk im Herbst 2014 jedenfalls Kinnläden am laufenden Band herunterklappen.

Die Chemie war unbestreitbar vorhanden.

"Jeder einzelne von den Menschen, mit denen ich bei Grave Pleasure musiziere, hat mich entweder auf einer Platte oder live total umgehauen", so ein enthusiastischer Mat McNerney.

"Um mit einem von ihnen in einer Band zu spielen, hätte ich sogar einen Mord begangen. Es ist eine große Ehre und eine unglaubliche Freude, sie jetzt alle in einer Band zu haben. Ich fühle, dass wir mit ihnen das Beste aus den Songs herausholen können, jedoch befinden wir uns auch auf einer gemeinsamen Mission, die sowohl außerhalb als auch nach uns fortlebt. Daran merkst du, dass du wahrhaftig Magie ausübst. Dieses elektrifizierende Gefühl muss einfach gegeben sein."

Gemeinsam haben sie nun das erste Album unter dem Namen Grave Pleasures geschrieben - ein komplexes und fiebriges Kompendium moderner Rocksongs, komplettiert von einer unmittelbaren Pop-Aura, einem melancholischen Unterton und einer respektlosen Wildheit, die im gegenwärtigen Rock ihresgleichen sucht.

Das Material ist vielschichtig und wird von Twin-Guitars verziert - mit musikalischen Netzen, die sowohl träumerisch als auch unheimlich sind. Oder, wie Juho den Stil seines Gitarrenkollegen beschreibt: "Wunderschön und melancholisch, jedoch mit krabbelnden Spinnen unter der Oberfläche." Bassist Valtteri Arino kann auf dieser Veröffentlichung endlich zeigen, was wirklich in ihm steckt und seinen Groove gemeinsam mit Uno weiter verfeinern. Das führt bei allem düsteren urbanen Stammestum zu einem wahrhaft tanzbaren, rhythmischen Vergnügen.

Und dann ist da noch der Gesang. Einst als "erfolgreichster Black-Packer der Welt" beschrieben, liegen Mat McNerneys musikalische Wurzeln in der ursprünglichen norwegischen Black-Metal-Szene. Rasch wandte er sich dem Avantgarde Metal zu und machte sich schließlich einen Namen als vielseitiger Sänger, der sich stets in unvorhergesehene Richtungen bewegt. Nach seinem Umzug nach Helsinki gründete und vertonte er dort seinen ureigenen psychedelischen Folk-Trip - die sonderbaren wie wunderbaren Hexvessel. Mit Beastmilk schlüpfte er in die Rolle des Agitators der Unterdrückten und Verdammten, spielte Themen wie Angst, Paranoia und Tod kongenial gegen Sexappeal, Poesie sowie knochentrockenen Humor aus.

Auf dem neuen Grave-Pleasures-Album geht Mat McNerney mit diesen Themen einen ganzen Schritt weiter:
"Mich beschäftigt der endgültige Niedergang unserer Träume. Unsere Bemühungen und unsere positive Sicht auf unser Leben sowie die Zukunft der Spezies Mensch. In meinen Texten behandle ich uns als postapokalyptische Spezies, die sich ihres unmittelbaren Niedergangs bewusst ist und diesen möglicherweise sogar selbst über sich bringt. Wie sich das auf unsere Weltsicht und auf unseren Lebensstil auswirkt, ist auf makabre und beängstigende Weise ungemein romantisch. Es gibt keinen beängstigenderen und gefährlichen Ort auf dieser Welt als den menschlichen Verstand, der mit seinem eigenen Zusammenbruch fertig werden muss. Mit dem Zusammenbruch von Beziehungen, Liebe, Träumen, Wünschen und, letztlich, der Existenz."

Deutlich entfernt vom feuchten Post-Punk-Traum, geben sich Lyrics und Songs facettenreich und tiefschürfend, starren immer nur so lange in den Abgrund, bis er zurückstarrt.

Beginnend im Sommer mit einer Reihe prestigeträchtiger Festivals - darunter das Hellfest in Frankreich, Sweden Rock und Rockavaria in Deutschland -, setzt die Band ihre Live-Aktivitäten im Herbst fort und wird sich dann auf ihre erste Headliner-Tour durch Europa begeben.

Die Zukunft dieser Band wird zweifellos ebenso unerwartet und außergewöhnlich sein wie ihre Geburt. Indem es seine angeborene Freude an seinem eigenen Niedergang gefunden und seinen Nihilismus in die Arme geschlossen hat, wird dieses aufpolierte Monster seine Flugbahn in ungeahnte Höhen führen. Das Ende hat gerade erst begonnen.

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