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Biographie

"Selbst wenn Courtney Love bei Primus singen würde oder Patti Smith bei den Red Hot Chilli Peppers, könnte niemals der Stil der Guano Apes komplett erfasst werden" (Subway). Tja, es ist schon ziemlich schwer, von den Guano Apes nicht gefesselt zu werden. Schon 1994, als alles begann, hätte man spüren können, dass sich da nicht irgendeine Band auf den Weg macht, die Rockwelt im Sturm zu erobern. Die vier Göttinger - alle gerade mal Anfang 20 - sind an ihren Instrumenten jetzt schon Koryphäen: Basser Stefan Ude kloppt und streichelt seine vier Saiten, dass einem angst und bange wird. Dennis Poschwatta wirkt an seinem Schlagzeug auf den ersten Blick wie der Drummer aus der Muppet-Show, harmoniert aber mit Stefan derartig gut, dass man mit Fug und Recht von einer Rhythmussektion aus einer anderen Welt sprechen kann! Gitarrist Henning Rümenapp versteht es, mit beängstigender Versiertheit Soundakzente zu setzen, so dass man eigentlich jetzt schon nichts mehr vermisst!! Da war aber doch noch was!? Richtig, der Gesang! Sandra Nasic heißt das zierliche, fast unscheinbare Wesen, das, wenn es einmal losgelassen, alles in Grund und Boden singen kann! Mal aggressiv, mal samtweich und immer emotionsgeladen, fügt sie der Musik stets andere Farben hinzu.

Seit ihrer "Entdeckung" im Jahr 1996 haben die Guano Apes in Europa eine beispiellose Karriere hingelegt:

Tatort Dänemark. Eine Band zieht sich in die Idylle eines dänischen Landhauses zurück, um Songs für ihr neues Album "Don´t Give Me Names" zu komponieren. Die Stille und Abgeschiedenheit Dänemarks wirkt wahre Wunder auf die Kreativität der Band. Henning Rümenapp, Apes-Gitarrist, erklärt, warum diese selbstauferlegte Isolation dringend nötig war: "Nach den extensiven Touren der letzten 18 Monate waren wir alle doch einigermaßen ausgebrannt. Es gab so etwas wie eine kreative Blockade in unseren Köpfen,
der wir uns stellen mußten." Aber - wie sollte es bei einer solchen Ausnahmeband anders sein - platzte irgendwann der Knoten. Und zwar noch in Dänemark, wie Henning sich erinnert: "Wir jammten plötzlich wieder wie in alten Zeiten, ergänzten uns dabei hervorragend, und schon nach wenigen Tagen hatten wir einige wirklich gute Songs, die nun das Grundgerüst für das neue Album bilden."

Aber drehen wir das Rad der Geschichte zurück: 1998 räumten die Guano Apes so ziemlich alles ab, was es an Preisen zu erreichen gab. Ob Comet, Echo, Nominierungen für den MTV-Award, keine Preisverleihung fand ohne die Band aus Göttingen statt. Mit den Singles "Open Your Eyes" und "Lords Of The Boards" und dem dazugehörigen Hammeralbum "Proud Like A God" verkauften die sympathischen Affen bis heute fast 2.000.000 Tonträger weltweit, was dem Album den offiziellen Titel "bestverkauftes englischsprachiges Debütalbum einer deutschen Rockband, das es jemals gegeben hat" einbrachte.

Mittlerweile kennt Sandra Nasic, Henning Rümenapp, Dennis Poschwatta und Stefan Ude fast jeder Musikbegeisterte in der Welt ... und die Apes kennen mittlerweile ihrerseits fast den gesamten Globus. Die Live-Qualitäten der Band gingen nämlich nicht nur mit ihren immensen Plattenverkäufen einher, nein, sie wußten diese sogar noch zu toppen. Bis in die entlegensten Ecken Europas verschlug es die Vier. In Polen gab es nach einem phänomenalen Konzert bei einer Autogrammstunde sogar einen derartigen Massenauflauf, "...dass wir uns für einen Moment tatsächlich wie Popstars fühlten."

Natürlich war Polen aber nicht das einzige Land, wo den Apes blanker Enthusiasmus entgegen schlug: "Es ist natürlich immer schwierig, ein spezielles Konzert herauszupicken, aber ich kann mich wirklich noch gut
daran erinnern, als wir in Portugal in einem Amphitheater gespielt haben. Wir betraten die Bühne, vor der circa 10.000 Leute erwartungsfroh ausharrten. Schon beim ersten Akkord rasteten die Kids so aus, daß vor der Bühne plötzlich ein Riesenloch klaffte. Ich habe noch nie so viele Leute auf einmal pogen gesehen. Und so ging das während des gesamten Gigs. Ich weiß nicht, wer am Ende kaputter war: die oder wir!"

Europa war den Apes nicht genug. Seit Oktober 1999 gibt es das Debüt "Proud Like A God" auch in den USA zu kaufen. Wer den US-Markt kennt, weiß, daß es deutsche Bands nicht immer leicht hatten, dort Fuß zu fassen. Da sich Qualität letzten Endes aber gerechterweise doch hin und wieder durchsetzt,
ist es nicht weiter verwunderlich, daß auch die Amerikaner die Guano Apes ins Herz geschlossen haben. Platz 4 in den Alternative-Charts für "Open Your Eyes", sechsstellige Verkaufszahlen für "Proud Like A God" oder eine Tour mit den amerikanischen Millionensellern "Creed" und "Sevendust" auf dem
Zettel schlagen hier zu Buche. Die Zeichen für die "Guano Apes" stehen nicht nur gut, sondern klar auf Sturm.

Den Wind gesät haben sie bereits auf ihrer achtwöchigen US-Tour mit P.O.D., die manchmal recht obskure Ausmaße annahm: "Die Amis sind manchmal halt etwas merkwürdig drauf", weiß Henning zu berichten, "teilweise mußten die Gigs schon um 20:00 Uhr beendet sein, weil danach noch irgendein Tanztee angesagt war. Das Härteste erlebten wir allerdings in Pittsburgh, wo sich ein weiblicher Roadie damit brüstete, der deutschen Sprache mächtig zu sein. Als wir sie dann aufforderten, uns doch mal eine Kostprobe ihres Könnens zu geben, sagte sie den Satz: 'Deine Mutter ist eine Straßenfrau!' In dem Moment wussten wir nicht, wo wir vor lauter Peinlichkeit zuerst hinschauen sollten...!"

Im Mai 2000 erschien das bislang letzte und damit auch aktuellste Album der Guano Apes. "Don´t Give Me Names" schiesst von null auf Platz eins der Charts - ebenso in ihrer Heimat Deutschland und in Portugal!

Damit kletterte das Album aus dem Stand über die Gold-Marke ... Aber jeder, der das Werk einmal gehört hat, wird sich über den Erfolg nicht wundern. "Don´t Give Me Names" ist ein facettenreiches Stück Musikgeschichte. Unprätentiös, aber doch ungemein effektvoll und schlichte pure Energie. "No Fillers, Just Killers", so könnte der Alternativtitel dieses großartigen Albums lauten. Und eins steht seither definitiv fest: Die Welt hört nicht auf, die Guano Apes heiß und innig zu lieben!!!

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